Im EU-Projekt i2connect werden ländliche Berater in Innovationsmethoden geschult
IALB ist Projektpartnerin im EU-Projekt i2connect, das im November 2019 gestartet ist

Von Pablo Asensio: Ziel des Projektes i2connect ist es, land- und forstwirtschaftliche Berater in Innovationsberatungsmethoden aus- und fortzubilden und untereinander zu vernetzen. Ländliche Beratungskräfte sollen in die Lage versetzt werden, Innovationsprozesse effektiv zu unterstützen und dadurch zu mehr erfolgreichen Innovationen im ländlichen Raum beitragen. Projektstart ist der 1. November 2019, Projektlaufzeit sind fünf Jahre. Es handelt sich um eine Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahme (Coordination and Support Action) im Rahmen von EU Horizon 2020. Die ILAB ist mit seinen Drittpartnern FüAk, HAFL, HAUP und LK-Ö an dem Projekt i2connect vor allem mit Fortbildungs- und Vernetzungsangeboten beteiligt. Bereits 2020 gibt es erste Angebote.

Abb.: i2connect Projektauftakt des IALB-Subkonsortiums am 13.11.2020 in Landshut mit (vlnr.) Margret Kolbeck (FüAk), Elfriede Berger (HAUP), Bruno Häller (HAFL), Josef Wein (FüAK, IALB-Vizepräsident), Wolfram Schöhl (StMELF), Mirim Ehret (per Video, IALB), Annette Dodel (FüAk), Florian Herzog (LK-Ö, IALB-Präsident), Pablo Asensio (FüAk), nicht im Bild: Thomas Mirsch (FüAk)

„Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit stärken“ findet sich ganz oben auf der Liste der agrarpolitischen Ziele. Der Grad der Annahme von Innovationen soll verbessert werden. Wie kann das gelingen? Neben den Instrumenten Investitionsförderung und Forschungsförderung setzt die EU mit ihrer EIP-Politik (Europäische Innovationspartnerschaft) auf einen partizipativen Ansatz der Innovationsunterstützung mit verstärkter Interaktion und Vernetzung aller relevanten Akteure in den jeweiligen Innovationsvorhaben. Diese Vernetzungsarbeit muss, damit sie erfolgreich zu mehr und schnellerer Innovation führt, professionell von Innovationsberatern begleitet und moderiert werden. Diese zumeist neue Rolle für die Beratung soll durch das Projekt i2connect bewusst gemacht und die erforderlichen Kompetenzen geschult werden.

EUFRAS-Konsortium gewinnt Horizon-2020 Ausschreibung

Im Projektkonsortium von i2connect sind 42 landwirtschaftliche Beratungsdienste und Bildungseinrichtungen aus ganz Europa beteiligt, die sich innerhalb des Netzwerks der europäischen ländlichen Beratungsdienste EUFRAS gefunden und erfolgreich an der Projektausschreibung der EU teilgenommen haben. Die Federführung liegt bei der französischen Landwirtschaftskammer (APCA). Von den 5 Mio. Euro Gesamt-Projektbudget für die fünfjährige Projektlaufzeit sind 357.142 Euro für die IALB und ihre beteiligten Partnerorganisationen vorgesehen.

Das Projekt gliedert sich in fünf Arbeitspakete, englisch Workpackages (WP). In Workpackage 1 wird die Pro-AKIS Datenbank aller land- und forstwirtschaftlichen Beratungsdienste erstellt und das Konzept der Innovationsberatung diskutiert, definiert und weiterentwickelt. In WP 2 werden Best-Practice Beispiele für gelungene, durch Innovationsberater begleitete Innovationsprojekte identifiziert. Der Schwerpunkt der IALB-Beteiligung liegt auf den Workpackages 1, 3 und 4 mit der Aktualisierung der Pro-AKIS-Datenbank in Österreich, Bayern, Tschechien und der Slowakei, der Entwicklung und Durchführung von Innovationsseminaren, dem Besuch sowie der Präsentation von Best-Practice-Beispielen in Form von Cross-Visits und der Organisation mindestens eines CECRA Train-the-Trainer Lehrgangs. Im Forstbereich soll das Projekt genutzt werden, um ein neues Beraterfortbildungsformat zu entwickeln. Über WP 5 wird die Projektwebseite entwickelt und die Diskussion von Projektergebnissen auf Beraterkonferenzen wie der IALB-Tagung unterstützt. WP 6 ist vorwiegend dem französischen Leadpartner APCA für die Projektkoordination vorbehalten.

Unter dem Dach der IALB vernetzen sich die deutschsprachigen Projektpartner

Die IALB bearbeitet das Projekts gemeinsam in einer Kooperation mit vier Drittpartnern, die institutionelle Mitglieder des deutschsprachigen Beratungsnetzwerks Internationale Akademie für ländliche Beratung e. V. (IALB) sind:

  • Staatliche Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten FüAk (DE)
  • Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL (CH),
  • Wiener Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik HAUP (AU)
  • Landwirtschaftskammer Österreich LK-Ö (AU)

Außerdem wird eng mit mit dem intitutionellen IALB-Mitglied und i2connect-Projektpartner AGRIDEA aus der Schweiz kooperiert, die ebenfalls Projektpartner ist. Ebenso sind in i2connect das europaweite Beraternetzwerk EUFRAS, das IALB Partnernetzwerk in Südosteuropa  SEASN, das europäische Beraternetzwerk EUFRAS und viele weitere mit der IALB bekannte und verbundene Partner, wie zum Beispiel die Universität Hohenheim aktiv.

Das Projekt bietet für die IALB die Chance, dass Innovationsberatung als Beratungsaufgabe bewusst wahrgenommen wird und die erforderlichen Kompetenzen geschult werden. Langfristig wird die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der bayerischen Land- und Forstwirtschaft durch professionelle Innovationsberatung gestärkt.

2020 gibt es erste Fortbildungs-Angebote zur Innovationsmethodik

Durch i2connect ergeben sich zusätzliche Fortbildungsmöglichkeiten, in denen das Verständnis und die Methoden-Kompetenz der land- und forstwirtschaftlichen Berater für interaktive Innovationsprozesse gestärkt wird. Durch den Austausch mit den Projektpartnern können die Beratungsinstitutionen der IALB von innovativen Projekten und Beratungsansätzen aus ganz Europa profitieren. Mittelfristiges Ziel ist es, dass innovative Ansätze aus der Praxis besser erkannt, aktiv unterstützt und in der Beratung aufgegriffen werden.

Zum i2connect-Projektteam der IALB gehören:
IALB: Pablo Asensio (Koordination), Barbara Vielreicher
FüAk: Pablo Asensio, Margret Kolbeck, Thomas Mirsch und Anette Dodel.
LK-Ö: Florian Herzog, Lisa Piller
HAFL: Bruno Häller
HAUP: Daniela Fabianek, Elfriede Berger

 Im Bildungsprogramm 2020 bietet die Führungsakademie in Bayern mit der Beraterschulung „Innovationsberatung und Prozessbegleitung“ und der Fortbildung „Innovation und Forschung“ bereits im ersten Projektjahr zwei Seminare an.

Infobox: i2connect Übersicht zur Qualifizierung von Innovationsberatern

i2connect

 

Projektthema: Qualifizierung von Innovationsberatern
Projektstart November 2019;
Laufzeit 5 Jahre; Budget: 5 Mio. Euro

Arbeitspaket (Workpackage)

Federführung (Lead)

Beiträge der IALB mit ihren Drittpartnern

WP 1 Grundlagen, Ansätze
und Analyse

Universität Hohenheim (D)

Aktualisierung der ProAkis* Datenbank für Österreich, Bayern, Tschechien, Slowakei

WP 2 Best Practices interaktiver
Innovationsberatung

Teagasc (IRL)

Best-practice Beispiele gelungener Innovationen
vorschlagen
Teilnahme bei Field Reviews
Organisation Field Reviews

WP 3 Entwicklung didaktischer Strategien,
Train-the-Trainer Kurse

Agridea (CH)

Beteiligung in der Creative Content Group
Organisation und Durchführung CECRA-Train-the-Trainer Kurs

WP 4 Cross-Visits, Trainings,
Netzwerkaktivitäten

ZLTO (NL)

Innovationsmethodik-Seminare
Cross-Visits
Trainer-Supervisionen

WP 5 Kommunikation,
Verbreitung, Projektwebseite

EUFRAS

Berichte über Projektaktivitäten
Workshops bei IALB-Tagungen

WP 6 Projektkoordination

APCA (F)

 

*AKIS = Agricultural knowledge & innovation system -> https://proakisinventory.eu/

 

Links zum Projekt i2connect

https://twitter.com/i2connect_EU

https://www.facebook.com/i2connect.EU

https://www.linkedin.com/in/i2connect-eu-a44607198/

https://www.youtube.com/channel/UCmvtHBz2w6xYPRQHtMRer1g